Auswertung der Abstandsstudie / Erhöhte Krebsgefahr durch Erdgasförderung?

Aus dem Gesundheitsministerium gab es die nun 4. ausgewertete (Teil-)Studie. Die Ergebnisse dieser Studie sind vergleichbar mit den vorherigen Ergebnissen: es kann kein genereller Zusammenhang festgestellt werden – aber auch nicht endgültig ausgeschlossen werden.

Die Erdgasindustrie huldigt die Ergebnisse der Studie und gibt zur Auskunft, dass der Generelverdacht auf ihre Branche damit ausgesetzt ist.

In der öffentlichen Diskussion widerum werden die Ergebnisse und die Durchführung der Studie angezweifelt und die Seriösität hinterfragt, wovon wir uns klar distanzieren möchten:

Wir stellen die Ergebnisse der Studie nicht in Frage und begrüßen den ordnungsgemäßen, gut organisierten Ablauf.

Dennoch ist aus unserer Sicht nur ein weiteres Puzzleteil dieses Themas aufgedeckt. Es ist noch unklar, wie die Parameter dieser Studie waren und warten hier auf Antwort aus dem Ministerium; z.B. wie viele Fackel- und Fördertätigkeiten fanden innerhalb des Untersuchungzeitraums statt (im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten), wie wird mit anderen Stoffen (BTEX etc) umgegangen und wie sind die Personen in Anzahl statistisch auf Grund des Radius ihres Wohnortes zu vergleichen.

Offen bleibt auch die Frage nach den bestehenden Krebserkrankungen der 90er und 2000er Jahre sowie mögliche Neuerkrankungen in diesem und im nächsten Jahrzehnt.

Wir hoffen, das Ministerium wird hier weiter vorgehen und Untersuchungen durchführen.

Wenn jedoch die Erdgasindustrie nun eine Art „Freistellung vom Generalverdacht“ einfordert, so erwarten wir in Gegenzug, dass weiterhin ergebnisoffen untersucht wird – und somit die Erdgasförderung auch weiterhin in den Fokus Betrachtungen muss.

https://www.weser-kurier.de/region/wuemme-zeitung_artikel,-ursache-fuer-krebshaeufung-bleibt-unklar-_arid,1875187.html?fbclid=IwAR2C81fwIO1sFjJl3VkmQIYbldOpEsy-YhrcSsErf74vLOAp_ynMlrM_Fa4