Nachlese zur Informationsveranstaltung vom 27.02.2019

Am vergangenen Mittwoch (27.02.2019) fand im Borgfelder Landhaus in Bremen-Borgfeld die 3. Informationsveranstaltung zum Thema Erdgasförderung statt.

Nach einer Begrüßung der anwesenden Gäste durch Malte machte Birgit den Auftakt zur Vortragsreihe mit einer Vorstellung unserer BI sowie einer Rückblende über die Aktionen und Veranstaltungen der letzten Monate sowie die Entstehungsgeschichte unserer BI. Daran schloss sich Meike an, die die Frage stellte, warum wir als BI mit unserer Arbeit weiter machen, obwohl die DEA die Aussetzung der seismischen Messungen in unserer Region angekündigt und ihren Antrag zurück gezogen hat.

Renate Maas von der BI „Kein Fracking in der Heide“ erläuterte in ihrem Fachvortrag die Hintergründe zur Erdgasförderung, dem „Sondermüll“ Lagerstättenwasser und stellte Fragen und Denkansätze in den Raum, was nach einem Ende der seismischen Messungen dennoch folgen könnte. Sie erklärte den gesetzlichen Rahmen, in dem sich eine mögliche Förderung bewegen und was dies für den Standort Lilienthal/Borgfeld bedeuten würde.

Anja beleuchtete den Aspekt des Trinkwasserschutzes und wies darauf hin, dass die DEA im Wasserschutzgebiet Panzenberg in Verden-Scharnhorst bereits seit Jahren Erdgas fördert und diese Förderung durch eine weitere Bohrung -erneut mitten durch das Wasserschutzgebiet, an gleicher Stelle, an der schon jahrelang Lagerstättenwasser verpresst wurde- ausbauen will. Anja betonte, dass hier auch das Bremer Stadtgebiet direkt betroffen ist: etwa 400.000-600.000 Haushalte erhalten ihr Trinkwasser aus dem Brunnen am Panzenberg.

Abschließend stellte Anja fest, dass die Erdgasförderung in Niedersachsen zwar mit 96% Anteil am gesamtdeutschen Erdgasmarkt eine Führungsrolle einnimmt, dies jedoch nur 6% des gesamten Erdgasbedarfs in Deutschland entspricht. Sie fragte die Gäste, ob man dieses Risiko und diese Gefahren billigend in Kauf nehmen möchte – für NUR 6 Prozent. Oder ob wir als Gesellschaft diese verhältnismäßig kleine Menge zum Schutz unserer Heimat nicht einsparen können. Mit dieser Frage befasst sich auch ein Schulprojekt („Sechs Prozent“) der IGS Oyten.

Nach der Vortragsreihe folgte eine moderierte Fragerunde, an der sich auch Mitarbeiter der DEA beteiligten und versuchten, die genannten Gefahren zu relativieren – was eher schlecht als recht gelungen ist… Die Mehrheit der anwesenden Gäste unterstrich, dass die Risiken der Erdgasförderung in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen und das sich jede*r Einzelne von uns um Alternativen kümmern muss. Dies betonte auch Malte, der Möglichkeiten vorstellte, wie man sich aktiv einbringen und die Arbeit der BI unterstützen kann.

Fazit der Veranstaltung von unserer Seite ist, dass den Menschen in unserer Region die unmittelbare Gefahr der Erdgasförderung vor ihrer Haustür nicht direkt bewusst ist und viele Unsicherheiten bestehen. Dies werden wir für unsere zukünftige Arbeit mitnehmen und weiterhin viele Aktionen und Veranstaltungen planen, damit sich ein breites Bündnis für ein Ende der Erdgasförderung aufstellt. Der Zulauf der Veranstaltung war etwas weniger als erwartet, aber dennoch sind wir zufrieden und glücklich über einen gelungenen Abend.

Die Presse hat auch einige Beiträge zur Informationsveranstaltung verfasst: